APBT - krank und teuer

Rassebeschreibungen, spezielle Rassefragen, Aufklärungen und vieles mehr. Bild

APBT - krank und teuer

Beitragvon Monsterbande » 6. Mai 2012, 10:10

Vor geraumer Zeit hatte ich das Glück, bei einer Diskussion über den Amercian Pit Bull Terrier mit lesen zu dürfen.
Für mich war der Amercian Pit Bull Terrier irgendwie immer ein geschloßenes Buch, über den man wenig in Erfahrung bringen konnte.

Kenner dieser Rasse unterscheiden heute ganz deutlich unter einem American Pit Bull Terrier und einem Pitbull. Die hier in Deutschland am häufigsten angetroffenen Pit´s sind hauptsächlich Pitbull´s - in den Meinungen der Kenner aber keine Amercian Pit Bull Terrier. Nun erschleicht sich natürlich einem selbst die Frage warum. Mir auch. Die Antwort bekam ich auf diese Frage natürlich direkt.

Früher waren der Staffordshire Terrier und der Pit Bull Terrier eine Rasse. Nachdem man aus einem "Kampfhund der Arena" zwei Rassen machte, züchtete man die heutigen Standarts dieser Hunde. Leider verblieb die Anzahl an reinen American Pit Bull Terrier Züchtern ziemlich mager. In Deutschland soll es gerade einmal fast eine Handvoll an reinen Züchtern geben.

Nun stellt man sich darauf natürlich die Frage - wenn es so wenige gibt, wie kann es dann sein, das so viele hier rum laufen?
Das sind dann die Pitbulls - hart und krass formuliert sind es irgendwelche quer verzüchteten, überzüchtete und ernsthaft Kranke Pitbulls. Sie sehen für uns zwar optisch wie der American Pit Bull Terrier aus, sind in wahrheit aber nur Mischungen, die aus teuren Vermehrerein stammen.

Die richtigen Züchter dieser Rasse züchten auch nur nach Bedarf und nur an passende Arbeitshände.

Ich habe damals immer gedacht, das die Farben "Blue Line" und "Red Nose" normale Farbschläge sind.

Ganz kurz, das ist ein sogenannter Blue Line: Klick
und das ist ein sogenannter Red Nose: Klick

Durch die ständige und unachtsame Vermehrerei dieser Hunde entstanden irgendwann Genfehler die diese Fabschläge auslösten. Die Vermehrer benannten diese Farbe als Blue Line und Red Nose und verkauften sie zu unschlagbaren Preisen (diese legten mit Züchterpreisen gleich auf). Die Genfehler bringen allerdings auch andere schwierigkeiten mit sich. Die Hunde sind unglaublich Krank. Es handelt sich bei diesen Hunden also noch nicht einmal mehr um wirklich reine American Pit Bull Terriern und auch sind diese Farbschläge eine reine Erfindung der Vermehrer. Es handelt sich dabei nur um sogenannte "Blaue" und "Rote" Hunde.

Mittlerweile versucht man dabei bei den Genen damit zu unterscheiden:

Reiner Zuchthund - keine blauen oder roten Schläge vorhanden.

Träger der Fabe - das kann zB ein schwarzer Pitbull sein, der zB ein Blauträger ist. Würde man diesen Hund mit einem anderen Pitbull verpaaren, könnten blaue Welpen kommen.

Und natürlich blaue bzw. rote Hunde - ausgeschloßenn von jeglicher, vernünftigen Zucht.

Leider gibt es vonseiten des VDH´s kein Verbot für Träger dieser Farben. Man darf mit Trägern dieser Farbe züchten.


Ich fand es doch mehr als Interessant, was man da alles Erfahren hat. Leider sind diese Farbschläge als reine Zuchtfarbe bekannt wie zB schwarz auch. Die wenigsten wissen wirklich, das es sich dabei um Genfehler handelt. Die Kenner und Liebhaber dieser Rasse würden sich freuen, wenn mehr Leute wissen würden, das diese Farben ein schon fast "mutiertes" Projekt von geldgeilen Händlern ist und von diesen "falschen Pit´s" absehen würden.


Genau genommen müsste man jetzt den Amercian Pit Bull Terrier von der Rasseliste runter nehmen und den Pitbull drauf setzen :P
Standing In The Hall Of Fame - And The World's Gonna Know Your Name
Cause You Burn With The Brightest Flame - And The World's Gonna Know Your Name
And You'll Be On The Walls Of The Hall Of Fame
Rudelchef
Rudelchef
 
Beiträge: 1885
Registriert: 01.2012
Wohnort: Wolfsburg
Geschlecht: weiblich

Re: APBT - krank und teuer

Beitragvon wuf-wuf » 8. Mai 2012, 11:51

Ich kann Pit und Staff eh nicht auseinanderhalten. :?
Aber wenn die ohnehin eigentlich eine Rasse sind....
Dass Red Nose und Blue Line genetisch bedingte Farbfehler sind,war mir auch nicht bekannt.
So genau hab ich mich mit diesen Rassen auch noch nie beschäftigt.
Aber das was ich jetzt über die Farbschläge weiß,gebe ich gerne weiter.
Senior
Senior
 
Beiträge: 828
Registriert: 01.2012
Wohnort: Aspach
Geschlecht: weiblich

Re: APBT - krank und teuer

Beitragvon Monsterbande » 10. Mai 2012, 07:13

Ich find das sehr einfach. Also gerade seit ich mich näher mit den Rassen beschäftige. Aber ich bin ehrlich, so interessant das war, ich glaube zu tief möchte ich meine Nase da nicht rein stecken. Diese Diskussionen über den APBT eskalieren recht schnell, weil auch der Werdegang der Rasse immer wieder mal recht unklar ist und da halte ich mich dann doch lieber raus.
Standing In The Hall Of Fame - And The World's Gonna Know Your Name
Cause You Burn With The Brightest Flame - And The World's Gonna Know Your Name
And You'll Be On The Walls Of The Hall Of Fame
Rudelchef
Rudelchef
 
Beiträge: 1885
Registriert: 01.2012
Wohnort: Wolfsburg
Geschlecht: weiblich

Re: APBT - krank und teuer

Beitragvon Franky » 11. Jun 2012, 08:28

Bailey, der obere Teil stimmt so weit. Nur zur Ergänzung, der American Staffordshire Terrier (AST) ist aus dem American Pit Bull Terrier (APBT) entstanden.

Mittlerweile unterscheidet man viel mehr:
APBT = Arbeitslinie Link
APBT PR = Showlinie Showline ADBA Showline UKC
Pitbull = Mischling ohne Papiere
American Bully = fett, krass, breiter und tiefergelegte Qualzucht (in verschiedenen Formen) klein mittel groß

Viele American Bully haben ADBA und UKC Papiere als APBT, sie sind aber nichts weiter als kranke Mischlinge aus AST und verschiedenen Molossern.

Das mit den Farbschlägen stimmt auch nicht ganz. Blue gehört zu den krank machenden Farben (verdünntes schwarz) und bringt über Hautkrankheiten bis zur Immunschwäche mit sich. Und nur weil es bei einem Hunde nicht sichtbar ist, heißt es noch nicht das er die Erbanlagen nicht hat.

Das "red nose" ist zum einen die Farbe der Nase und hat mit der Fellfarbe nichts zu tun und zum zweiten ist das red als Fellfarbe keine verdünnte Farbe. Die verdünnte Farbe vom Rot ist Fawn/Crem/Falbe.

Red Nose ist mit der älteste Farbschlag und bestimmte Linie gelten als "old family red nose" und sind sehr selten. Da meiste was red nose ist, hat einfach nur eine rote Nase.

Und das blue kommt auch ab und an mal vor, ist aber normal sehr selten. Ein blue Hund darf nur nicht auf einen anderen blue gelassen werden, blue auf schwarz ist ok.

Das Blue ist aktuell sehr beliebt bei den AST Züchtern.

Deinen letzen Satz find ich klasse :mrgreen:
Welpe
Welpe
 
Beiträge: 21
Registriert: 06.2012
Geschlecht: nicht angegeben

Re: APBT - krank und teuer

Beitragvon Monsterbande » 11. Jun 2012, 08:45

Hallo Franky,

Ich glaube, wir haben da beide andere Informationen.
Das die Blue´s derzeit sehr beliebt sind, weiß ich auch. Aber genau das sehe ich als Problem an. Unabhängig davon ob es sich dabei um den AST oder den APBT handelt.

Mal ganz kurz zur klarstellung:

Früher waren der Staffordshire Terrier und der Pit Bull Terrier eine Rasse. Nachdem man aus einem "Kampfhund der Arena" zwei Rassen machte, züchtete man die heutigen Standarts dieser Hunde.



Ich habe nicht geschrieben, das man den APBT aus dem AST gezüchtet hat ;)
Standing In The Hall Of Fame - And The World's Gonna Know Your Name
Cause You Burn With The Brightest Flame - And The World's Gonna Know Your Name
And You'll Be On The Walls Of The Hall Of Fame
Rudelchef
Rudelchef
 
Beiträge: 1885
Registriert: 01.2012
Wohnort: Wolfsburg
Geschlecht: weiblich

Re: APBT - krank und teuer

Beitragvon Franky » 11. Jun 2012, 08:52

Bailey hat geschrieben:Hallo Franky,

Ich glaube, wir haben da beide andere Informationen.
Das die Blue´s derzeit sehr beliebt sind, weiß ich auch. Aber genau das sehe ich als Problem an. Unabhängig davon ob es sich dabei um den AST oder den APBT handelt.

Mal ganz kurz zur klarstellung:

Früher waren der Staffordshire Terrier und der Pit Bull Terrier eine Rasse. Nachdem man aus einem "Kampfhund der Arena" zwei Rassen machte, züchtete man die heutigen Standarts dieser Hunde.



Ich habe nicht geschrieben, das man den APBT aus dem AST gezüchtet hat ;)


Deswegen schreib ich ja, damit Fehlinfos korrigiert werden ;) Beim APBT wie AST ist dieses Blue sehr beliebt, das ist ein Problem für beide Rassen.

Der APBT und der AST waren nie eine Rasse, strenggenommen ist der AST (erstmals 1936 erfasst) ein Abkömmling des APBT (1898 vom UKC erfasst). Ist wie mit dem engl. Bulldog, dieser stammt vom Bulldog ab, auch wenn keine andere Rasse eingekreuzt wurde.
(ich glaub da hast du mich missverstanden)
Welpe
Welpe
 
Beiträge: 21
Registriert: 06.2012
Geschlecht: nicht angegeben

Re: APBT - krank und teuer

Beitragvon Monsterbande » 11. Jun 2012, 09:03

Ha Ha, ich glaub wir reden hier teils an einander vorbei.
Ich hatte das von Deiner Seite aus nun so verstanden, das die Farben beliebt und toll sind.

Ich weiß, dass der Werdegang dieser Rasse mehr als schlimm diskutiert ist.
Ich finde auch nicht, das es ein Thema ist, welches man einfach mal so dahin wischen kann bzw ohne Zorn schnell zu einem Ergebnis kommt. Wer da nun von dem raus gezüchtet wurde, ist meiner Meinung nach genauso umstritten.

Ich hab nun viel über die Rasse gelesen und muss sagen, das ich persönlich, vieles gerne nicht gelesen hätte.

Ich würde gerne auch mal hier in dem Thema bei der unverträglichkeit bleiben. Schließlich handelt das Thema um den APBT und so müssen wir nicht ständig von A nach B springen.

Ich zitiere Dich mal hier her.

Franky hat geschrieben:
Bailey hat geschrieben:Moment, genau genommen schreibst Du genau das gleiche wie ich?!



Nein. Du sagtest
Bailey hat geschrieben:Mit einem Welpen von einem seriösen Züchter und einer von beginn an guten Sozialisierung und Führung dieser Hunde sind aber auch die "Pit´s" heute treue und freundliche Wegbegeliter die problemlos mit Artgenossen zurecht kommen.


und ich: am Großteil der Amercian Pit Bull Terrier kann man rumsozialisieren wie man will, problemlos mit Artgenossen zurecht kommen werden die Wenigsten.

Ich formuliere es mal anders: auch mit Hunden aus guter Zucht und mit guter Sozialisierung, sind die Chancen sehr gering das du einen Hund bekommst der andere Hunde mag. Viele APBT verstehen sich mit 1-2 anderen Hunde, aber dann ist schluß, der Rest wird gefressen.


Da bin ich nämlich einer anderen Meinung.
Ich möchte es pauschal auch nicht nur auf einen guten Züchter beschränken.
Ich habe schon so einige APBT kennen gelernt, die erheblich freundlicher mit Artgenossen umgehen, als so mancher Dackel. Dem nach kann und möchte ich es so nicht da stehen lassen, das der APBT eine Rasse wäre, die grundliegend schlecht mit Artgenossen zu recht kommt. Denn bis lang habe ich dieses selbst noch nicht in Erfahrung bringen müssen.

Nun die Frage, was davon stimmt denn nun?

Ehm, kurz angemerkt, ich schließe bei meiner Meinung die Pit´s prinzipiell aus, die noch zu Hundekämpfen gezüchtet und gehalten werden.
Standing In The Hall Of Fame - And The World's Gonna Know Your Name
Cause You Burn With The Brightest Flame - And The World's Gonna Know Your Name
And You'll Be On The Walls Of The Hall Of Fame
Rudelchef
Rudelchef
 
Beiträge: 1885
Registriert: 01.2012
Wohnort: Wolfsburg
Geschlecht: weiblich

Re: APBT - krank und teuer

Beitragvon Franky » 11. Jun 2012, 12:00

Die Arbeitslinien stammen alle aus Hundekampfzuchten, auch wenn es 10-20 Jahre hersein mag bei einigen Linien.

Was du meinst sind die PR Hunde, da sind verträgliche Hunde auch häufiger, aber kaum ein Sportler würde sich so einen Hund holen.

Was meinste denn warum die Leute so viele Unterschiede machen? Wenn man vom APBT spricht, spricht man von Hunden mit Kampfvergangenheit.

Bei den APBTs die du kennen gelernt hast, von wie vielen hast du den Stammbaum gesehen (jetzt nicht böse gemeint, das fällt vielen schwer) und ihn auch verstanden?

Was bei dir im niedersächischen Raum rumläuft sind meist Hunde von dem Vermehrer aus Hannover (die haben auch Papiere, daher verkauft er sie ja so teuer).

Zur Herkunft: als die Siedler damals in die USA kamen brachten sie die Hunde mit, so um 1860 begannen die ersten Aufzeichnungen.
Nachdem der AKC die Rasse "American Pit Bull Terrier", wie der Hund in den USA genannt wurde, nicht anerkennen wollte wurde der UKC gegründet.

Umstritten ist da nichts, nur die AST Leute wollen das nicht so gerne hören :lol:

Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Rasse und kenne/habe auch sehr viele Bücher. Welche Bücher hast du denn gelesen?
Welpe
Welpe
 
Beiträge: 21
Registriert: 06.2012
Geschlecht: nicht angegeben

Re: APBT - krank und teuer

Beitragvon Monsterbande » 12. Jun 2012, 06:53

Ich antworte Dir naher. Möchte jetzt in dem Thema nichts dahin wischen, weil ich bisschen im Stress bin.
Standing In The Hall Of Fame - And The World's Gonna Know Your Name
Cause You Burn With The Brightest Flame - And The World's Gonna Know Your Name
And You'll Be On The Walls Of The Hall Of Fame
Rudelchef
Rudelchef
 
Beiträge: 1885
Registriert: 01.2012
Wohnort: Wolfsburg
Geschlecht: weiblich

Re: APBT - krank und teuer

Beitragvon Ravid » 12. Jun 2012, 11:29

Einen APBT unterschätzen sollte man wohl nie. Was der Rasse schadet ist auf jeden Fall die großen Fehlinformation bzw. die Fehlinterpretation der Hunde an sich und das von beiden Seiten (Kampfschmuser-Fraktion wie Classic-Hardliner).

Der klassische APBT ist als reiner Arbeitshund gezüchtet, mit viel Terrierblut und hat dessen typische Verhaltensweisen wie sehr schnelle Reaktionsfähikeit, Schärfe, Trieb und unermütlichen Arbeitswillen. Hat von dieser Seite, wie auch vom Bulldog her eine sehr hohe Eigenständigkeit in seiner Arbeits- u. Verhaltensweise.
Zudem ist Zuchtziel ja Stamina, Wind, Gameness. Wodurch man das alles natürlich fördert und einen körperlich und mental starken Hund schafft.

Ich rede hier mal nur vom klassischen APBT nicht solchen Modeerscheinungen wie dem American Bully, da es sich hierbei eigentlich um Mischlinge mit diversen Mollosserrassen handelt, was einfach zu Veränderungen nicht nur im physischen Bereich führt.

Auch kann man Heute, gerade hier in Europa die Gamelines nicht außer Acht lassen und sagen auf "Hunde die für Kämpfe missbraucht wurden gehe ich nicht ein", da diese Hunde bei den APBT (rede Hier von Hunden mit bekanntem Pedigree) wohl zu 90 % aus diesen Lines stammen.
Hunde mit UKC Stammbaum findet man hier so gut wie überhaupt nicht.
Welpe
Welpe
 
Beiträge: 41
Registriert: 06.2012
Geschlecht: nicht angegeben

Nächste

Zurück zu "Hundeatlas"

 
cron